
Die Hitzewellen im Juni und Juli stellten den Fischereiverein Unterseen vor eine besondere Herausforderung. Anfang August 2026 wurden im Lombach Wassertemperaturen von bis zu 27 °C gemessen. Für die Fische wurde die Lage kritisch: Bei 25 °C und mehr besteht für die Tiere akute Lebensgefahr. Um hohe Ausfälle zu vermeiden, musste rasch kühleres Wasser in die Anlage geleitet werden.

Hydrant als erste Idee
Zunächst prüfte der Verein gemeinsam mit der IBI, ob Wasser ab einem Hydranten an der Beatenbergstrasse bezogen werden könnte. Diese Variante erwies sich jedoch als technisch nicht machbar. Nach Einschätzung der Feuerwehr Bödeli reichte der Wasserdruck nicht aus, um eine rund 300 Meter lange Leitung bis zur höher gelegenen Anlage zu betreiben. Eine Alternative musste kurzfristig her.
Hilfe von der IBI und aus der Nachbarschaft
Die Lösung fand sich schliesslich in der Nachbarschaft, auf der Parzelle der Familie Steck, nordöstlich der Anlage. Über eine rund 200 Meter lange Schlauchleitung konnte von dort kühleres Wasser in die Fischzuchtanlage geführt und die Wassertemperatur um rund 1,5 bis 2 °C gesenkt werden.

Während einiger Tage wurden für die Kühlung insgesamt 364'000 Liter Wasser verbraucht. Da es um den schnellen Schutz einheimischer Fischarten ging, entschied die IBI, dem Fischereiverein Unterseen die Kosten für das Wasser zu erlassen. Die Unterstützung trug dazu bei, die Fische vor einem weiteren Temperaturanstieg zu schützen. Dies gelang schliesslich auch – alle Fische überlebten.

Wenn Zusammenarbeit zählt
Das Beispiel zeigt, wie wertvoll unkomplizierte Zusammenarbeit in Ausnahmesituationen ist. Der Fischereiverein Unterseen bedankt sich bei der IBI, der Familie Steck und allen weiteren Beteiligten für die Unterstützung und die schnelle Umsetzung der notwendigen Massnahmen.

Text: FVU, IBI