Die Brunnstube Kammri ein wichtiger Baustein der Trinkwasserversorgung auf dem Bödeli. Nun wurde die Anlage technisch auf den neuesten Stand gebracht.

WasserAusgabe:
80/2026
Brunnstube Kammri

Seit Jahrzehnten ist die Brunnstube Kammri ein wichtiger Baustein der Trinkwasserversorgung auf dem Bödeli. Nun wurde die traditionsreiche Anlage technisch auf den neuesten Stand gebracht – für mehr Effizienz im Betrieb und noch mehr Sicherheit bei der Wasserqualität.

Eine Anlage mit Geschichte

Die Brunnstube Kammri oberhalb von Wilderswil wurde 1958 erbaut und diente in erster Linie als Druckbrecher. Das Wasser aus dem Quellgebiet Nesslerenalp wurde damals über verschiedene solcher Anlagen auf das Bödeli geleitet. Druckbrecher bauen den durch den Höhenunterschied entstehenden Druck im Leitungsnetz ab und schützen so die Leitungen im Verteilnetz vor Schäden.
 

Mit dem Bau der Kraftwerke Geissbrunnen und Kammri im Saxettal Ende der 1990er-Jahre änderte sich die Situation grundlegend: Neu wurde der Druck nicht mehr einfach abgebaut, sondern über Turbinen zur Stromgewinnung genutzt. Im Zuge dieser Neuerung wurde die Brunnstube Kammri an die damals neuen Anforderungen angepasst.

Brunnstube Kammri
Rückbau des alten Rechteckkanals.

Hoher Aufwand im Betrieb

Der Betrieb der Anlage und damit die Regulierung der Trinkwassermenge, die in das Verteilnetz und in die Reservoire geleitet wird, verlangten stets hohe Aufmerksamkeit und manuelle Eingriffe. Bei Störungen mussten unabhängig von Tageszeit oder Witterung umgehend Massnahmen vor Ort getroffen werden. Nur so konnte der Brunnenmeister die Trinkwasserqualität weiterhin gewährleisten.
 

Die bauliche Substanz der Brunnstube wurde über die Jahrzehnte sorgfältig unterhalten und befindet sich bis heute in einem guten Zustand. Die technischen Anlagen und Steuerungen entsprachen jedoch nicht mehr dem heutigen Stand der Technik. Es galt, ein umfassendes Sanierungskonzept zu entwickeln, um die Anlage zu modernisieren, die Effizienz im Betrieb zu steigern und die Sicherheit der Trinkwasserqualität weiter zu erhöhen. Ein zentrales Element dabei war die Automatisierung.

Neuer Zulauf, eine Etage tiefer.
Neuer Zulauf, eine Etage tiefer.
Aussenbereich nach der Fertigstellung.
Aussenbereich nach der Fertigstellung.

Automatisierte Überwachung

Im Zentrum des Umbaus stand die Neugestaltung des Zulaufs mit UV-Desinfektionsanlage und Verwurfsteuerung. Früher floss das Wasser über einen offenen Kanal in das Sammelbecken, heute durch geschlossene Chromstahlrohrleitungen. Darin sind mehrere Sicherheitseinrichtungen integriert, die den Betrieb laufend überwachen: Wird das Quellwasser nach einem starken Gewitter im Quellgebiet trüb, schaltet sich die Anlage automatisch ab. Sobald die Werte wieder stimmen, nimmt sie den Betrieb vollautomatisch wieder auf. Wie bisher sorgen vier UV-Lampen für die zuverlässige Entkeimung des Wassers.

Verrohrung mit UV-Anlage
Neue Chromstahlrohrleitungen mit integrierter Trübungsmessung und UV-Anlage.
UV-Anlage
Vier dieser UV-Lampen sorgen für die Entkeimung des Quellwassers.
Fernwirkanlage
Neu: die vollautomatische Verwurfsteuerung.

Nach Monaten des Umbaus ist die Brunnstube Kammri fit für die Zukunft. Die Automatisierung reduziert den Betriebsaufwand und erhöht gleichzeitig die Sicherheit. So trägt die Anlage dazu bei, die Trinkwasserversorgung auf dem Bödeli auch weiterhin zuverlässig und in einwandfreier Qualität sicherzustellen.

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